
Gemeinde Gornja Radgona
Schloss Radgona
Das Schloss Radgona steht auf einem 265 Meter hohen Hügel, von dem sich ein schöner Blick auf die Umgebung von Gornja Radgona und die Mur eröffnet. Es wird erstmals im 12. Jahrhundert erwähnt, als es vom Edelmann Radigoj erbaut wurde, nach dem das Schloss seinen Namen erhielt. Später wurde der Name auch auf die Stadt und den Markt darunter übertragen. Zunächst nahm man an, dass der Name mit dem deutschen Wort „Rad“ (Rad) verbunden sei, was auch das Wappen von Radgona symbolisiert. Die ersten Besitzer des Schlosses waren die Grafen von Spanheim, danach wechselten die Eigentümer häufig, da das Schloss oft von Hand zu Hand ging.
Im Jahr 1789 verkauften die Herbersteiner das Schloss an die Familie Wurmbrandt, die es bis 1914 vorbildlich pflegte. Damals erwarb es Graf Karl Chorinsky, der den Besitz bis 1931 hielt, als es in Einzelteilen verkauft wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Schloss bis 1974 als Volksschule, doch nach deren Auszug begann es schnell zu verfallen. Im Jahr 1991 nahm Milan Herzog das bis dahin völlig ausgeplünderte und zerstörte Schloss in Pacht. Mit eigenen Mitteln restaurierte er es gründlich und verlieh ihm seinen früheren Glanz zurück.

Im Laufe der Jahrhunderte erlebte das Schloss zahlreiche Umbauten und Erweiterungen. Die älteste Darstellung aus dem Jahr 1603 zeigt ein langgestrecktes, zweigeschossiges Gebäude mit kleinen Fenstern und zwei rechteckigen Türmen an den Seiten. Ein späterer Kupferstich von 1681 stellt ein größeres Bauwerk mit Befestigungsmauern, Türmchen und einem Eingang dar, der durch den äußeren Hof führt. Dieser Hof wird von einem eingeschossigen Wirtschaftsgebäude umgeben, das in vier Flügeln angelegt ist.Im steinernen Portal mit den alten Öffnungen für die Zugbrücke sind ein massives Schloss und eisenbeschlagene Türen erhalten. Über dem Eingang befindet sich das Wappen der Herbersteiner sowie eine Steinplatte mit Inschrift. Über eine schräge Rampe gelangt man zu einem zweiten Eingang, wo sich einst der innere Schlossgraben befand. Auch hier sind die Öffnungen für die Zugbrücke sichtbar sowie das Doppelwappen Herberstein–Eggenberg.
Das zentrale Gebäude des Schlosses, das an einem Arkadenhof steht, ist zweigeschossig und vollständig unterkellert. Einst besaß das Schloss einen 56 Meter tiefen Brunnen sowie einen Uhrturm, der noch heute eine seiner Sehenswürdigkeiten ist. Auch die Umgebung des Schlosses war reich ausgestaltet. Die Ritterallee, die zum Schloss führte, war mit barocken Büsten geschmückt, von denen nur zwei erhalten geblieben sind. Der Weg zum Schloss führte über zwei steinerne Bögen, die mit Brüstungen und kleinen Säulen verziert waren. Gegenüber dem ersten Eingang befand sich einst eine über 50 Meter lange Kastanienallee, die in halbrunder Form endete. Heute zählt das Schloss Radgona zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region und zeugt von der reichen Geschichte und dem kulturellen Erbe des Ortes.