
Gemeinde Ormož
Velika Nedelja - Schloss und Kirhe Hl. Trojica
Die genaue Entstehungszeit der romanischen Pfarrkirche der Heiligen Dreifaltigkeit mit Ostturm und halbrunder Apsis ist nicht eindeutig geklärt. Am wahrscheinlichsten ist die Annahme, dass sich die älteste Baugeschichte der Kirche von Velika Nedelja in zwei Phasen gliedert: eine ältere romanische Phase mit zwei Unterphasen – in der dritten Hälfte des 12. Jahrhunderts, als der heute tonnengewölbte Turm und die Apsis entstanden sein sollen, und zu Beginn des 13. Jahrhunderts, als Friedrik III. von Ptuj mit dem Anbau des Kirchenschiffs die Umwandlung in eine Kirche veranlasste – sowie eine jüngere frühgotische Phase um 1280, mit dem Bau des ersten Obergeschosses des Turms und der Vergrößerung des Kirchenschiffs. In der Spätgotik und Renaissance wurden die heute zugemauerten Seitenfenster der Apsis zweimal umgestaltet und an der Nordwand des Turms, teilweise auch am Kirchenschiff, eine Sakristei angebaut. Zwischen 1674 und 1698 wurde das Kirchenschiff ein zweites Mal verlängert, erhöht und eingewölbt; im Anbau entstand eine Sängerempore mit reich stuckierter Stirnwand (Werk von J. Schomassi). Der Turm wurde erhöht, eine Nordkapelle angebaut sowie Eingangsvorbauten vor das West- und Südportal gesetzt. In dieser Zeit erhielt die Kirche die mit Pilastern und halbrund abgeschlossenen Nischen gegliederte Westfassade, wie es ein Konsolstein mit der Jahreszahl 1698 und das Kreuzherrenwappen über dem schlichten Eingangsportal bezeugen. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden die Mauern des Kirchenschiffs nochmals etwas erhöht, die südliche Vorhalle durch eine Kapelle ersetzt, die Sakristei mit einem Oratorium überbaut und die gesamte Kirche mit einem reich profilierten Kranzgesims umgeben. Nach der Mitte des 18. Jahrhunderts wurden auch die beiden Kapellen stuckiert, besonders reich ihre Triumphbogenwände. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erhielt die Kirche den Großteil ihrer qualitätsvollen barocken Ausstattung: der Hochaltar ist das Werk des Marburger Bildhauers Jožef Holzinger um 1770, die beiden Seitenaltäre mit den dominierenden Bildern des hl. Jožef und des hl. Janez Nepomuk stammen aus dem Jahr 1762, wenn auch von einem bislang unbekannten Maler. Besonders hochwertig sind die Kanzel und der Kreuzaltar, die eine Verwandtschaft mit der Werkstatt von J. J. Mersi in Rogatec erkennen lassen. Mit der Schließung des Triumphbogens um 1770 wurde der Ostteil der Kirche in die Marienkapelle umgewandelt, wo sich ein qualitätsvoller hl. Jožef-Altar aus dem Jahr 1760 befindet, ursprünglich aus der Hauskapelle in Goričak bei Zavrč. Die Kirche ist auch wegen der wenigen erhaltenen Bauplastiken aus der Romanik bedeutend, von denen es in Slowenien nur sehr wenige gibt. Neben zwei Gesichtsplastiken (ein Kopf über dem Dach der Apsis und ein Männergesicht, heute in einer Nische an der Südwestseite des Kirchenschiffs eingemauert, ursprünglich hoch in einer rechteckigen Vertiefung der Kirchenmauer) ist besonders die kniehohe Statue eines bärtigen Mannes zu erwähnen, die früher an der Südseite des Turms eingemauert war und heute im Regionalmuseum Ptuj-Ormož aufbewahrt wird. Vor allem jedoch der romanische Taufstein in der Apsis, der einzige seiner Art in Slowenien, wahrscheinlich in der zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts entstanden. Die Kirche zeichnet sich auch durch mittelalterliche Fresken aus, die an der Nord- und Südwand des Kirchenschiffs erhalten sind. An der Nordwand ist die Malerei in drei horizontale Streifen gegliedert, an der Südwand in zwei, die bis zur ursprünglichen Höhe des flach gedeckten Kirchenschiffs reichen. Der untere Streifen zeigt stehende Heilige mit ihren Attributen, darüber folgen auf beiden Seiten Szenen aus Heiligenlegenden. Der sogenannte Meister von Velika Nedelja zeigt auf den ersten Blick eine frühe Entwicklungsstufe des sogenannten Weichen Stils um 1400, doch in den Kopftypen, Körperhaltungen und Gewandfalten sind noch Erinnerungen an das 14. Jahrhundert spürbar, sodass die Fresken in das letzte Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts zu datieren sind. Derselbe Meister bemalte auch die Nordwand der Nordkapelle der Pfarrkirche St. Jakob in Ormož mit Szenen aus einer Heiligenlegende.